Forschungsdatenmanagement

Unter Forschungsdaten sind […] Daten zu verstehen, die im Zuge eines wissenschaftlichen Vorhabens z.B. durch Quellenforschungen, Experimente, Messungen, Erhebungen oder Befragungen entstehen" [DFG 2009]

Unter Forschungsdatenmanagement (FDM) wird die Handhabung dieser Daten über den gesamten Daten-Lebenszyklus hinweg verstanden und schließt die Erhebung, Auswertung, (Weiter-)Verarbeitung, Archivierung und ggf. Veröffentlichung der Daten ein.

Nachhaltiges Forschungsdatenmanagement erfordert neue Prozesse und Kompetenzen in der Forschung und bei den Forschenden und betrifft jede Hochschule. Alle Hochschulen stehen vor der Herausforderung, Strukturen für ein professionelles Forschungsdatenmanagement zu schaffen und auszubauen, um die Forschenden wirksam zu unterstützen und im Hinblick auf kommende nationale Strukturen wie der vom Rat für Informationsinfrastrukturen (RfII) vorgeschlagenen Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) anschlussfähig zu bleiben.

Die Unterstützung und engagierte Begleitung der Digitalisierung des Forschungsprozesses in den NRW-Hochschulen und Forschungseinrichtungen wird in den nächsten Jahren eine vordringliche Aufgabe der Hochschulen gemeinsam mit dem Ministerium sein, um die Position von NRW als forschungsstarkem Land in Deutschland auszubauen.

Als Teil dieses Prozesses kommt dem Forschungsdatenmanagement eine besondere Bedeutung zu. Dies spiegelt sich in den Forderungen und Richtlinien wichtiger Organisationen und Einrichtungen wie der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG), der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), der Allianz der deutschen Wissenschaftsorganisationen und des RfII wider.

 

Nationale Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) - Hintergründe

Der Rat für Informationsinfrastrukturen (RFII) hat 2016 die Notwendigkeit der Entwicklung hin zu nationalen, koordinierten Aktivitäten im Kontext FDM ausgesprochen und die Einrichtung einer NFDI empfohlen (Positionspapier: „Leistung aus Vielfalt (2016)“. Die NFDI ist als arbeitsteilig angelegtes, bundesweites und in Stufen aufzubauendes Netzwerk gedacht, das ein verlässliches und nachhaltiges Diensteportfolio bereitstellt, welches generische und fachspezifische Bedarfe des FDM in Deutschland abdeckt. Sie entsteht stufenweise und wissenschaftsgetrieben. Zur Ausgestaltung der NFDI hat der RFII zwischenzeitlich einige Diskussionsimpulse gegeben.

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat am 26. November 2018 die Bund-Länder-Vereinbarung zu Aufbau und Förderung der NFDI beschlossen. Bund und Länder stellen im Zeitraum von 2019 bis 2028 bis zu 90 Millionen Euro pro Jahr im Endausbau für die Projektförderung der NFDI zur Verfügung. Die folgende Ausschreibung wird durch die DFG gesteuert und sieht die Auswahl von bis zu 30 Konsortien in drei Ausschreibungsrunden vor. Die sich konstituierenden Konsortien konnten bis zum 4. Juli 2019 verbindlichen Voranmeldungen für eine Antragstellung abgeben.

Kooperationen zu diesem Diskurs

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